Erste Gefäßversuche gestartet

Im Projekt „Gewolltes Gemüse“ sind die ersten Gefäßversuche gestartet. Nach den Voruntersuchungen im Labor des IFN wird nun untersucht, wie sich unterschiedlich behandelte Schafwollvarianten auf das Pflanzenwachstum von Hafer und Spinat auswirken. Ziel ist die Entwicklung eines praxistauglichen Düngers, dessen Nährstoffe dem ökologischen Gemüsebau schneller zur Verfügung stehen.

In den bisherigen Versuchen des IFN wurden die Bakterien Paenibacillus polymyxa (DSM 741), Streptomyces lydicus (DSM 40461) und Bacillus subtilis (DSM 1090) sowie der Pilz Aspergillus oryzae untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob diese Mikroorganismen den Abbau von Wollkeratin unterstützen und dadurch die Freisetzung von Nährstoffen verbessern können.

Die Vorversuche liefern erste Hinweise auf das Potenzial der untersuchten Verfahren. In einem fünfwöchigen Versuch zeigten die mit Mikroorganismen behandelten Schafwollpellets einen höheren Masseverlust als die unbehandelte Kontrolle. Ein stärkerer Masseverlust bedeutet jedoch nicht automatisch, dass den Pflanzen mehr Stickstoff zur Verfügung steht. In den Flüssigkulturen blieben die gemessenen Gehalte an freiem Aminostickstoff gering.

Parallel dazu untersucht das Team die praktische Handhabung der Pellets. Erste Tests zeigen, dass Beschichtungen mit Stärke oder Pflanzenkohle das Aufquellen beim Befeuchten verringern können. Dabei erwies sich die Stärke als etwas wirksamer. Mit den nun gestarteten Gefäßversuchen folgt der nächste Schritt: die Prüfung der behandelten Schafwollvarianten unter Pflanzenbedingungen.