Warum Schafwolle
als Dünger im Gemüsebau?
Häufig gestellte Fragen
Warum eignet sich Schafwolle grundsätzlich als Dünger?
Schafwolle ist ein nachwachsender, regional verfügbarer Rohstoff mit hohem Potenzial für die nachhaltige Düngemittelherstellung. Aufgrund ihres hohen Keratingehalts enthält sie etwa 10 bis 12 % organisch gebundenen Stickstoff sowie weitere wichtige Pflanzennährstoffe wie Kalium, Schwefel, Phosphor, Magnesium und Spurenelemente. Beim biologischen Abbau werden diese Nährstoffe schrittweise freigesetzt und können so zur Pflanzenernährung und Bodengesundheit beitragen. Durch gezielte Aufbereitung lässt sich die Nährstofffreisetzung an die Anforderungen des Garten- und Gemüsebaus anpassen. Gleichzeitig ermöglicht die Nutzung von Schafwolle die hochwertige Verwertung einer bislang häufig ungenutzten Ressource, stärkt regionale Wertschöpfungsketten und fördert eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Damit stellt Schafwolldünger eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen organischen Düngern dar.
Warum ist die Düngung im Gemüsebau besonders anspruchsvoll?
Die Düngung im Gemüsebau stellt hohe Anforderungen, da viele Gemüsekulturen einen hohen und zeitlich genau abgestimmten Nährstoffbedarf besitzen. Eine zu geringe oder verspätete Nährstoffverfügbarkeit kann Ertrag und Qualität beeinträchtigen, während überschüssige Nährstoffe ausgewaschen werden und Umweltbelastungen verursachen können. Besonders im ökologischen Gemüsebau ist die bedarfsgerechte Versorgung herausfordernd, da die Nährstofffreisetzung organischer Dünger nur begrenzt steuerbar ist. Daher werden Düngemittel benötigt, die Nährstoffe möglichst bedarfsgerecht und kontrolliert freisetzen und gleichzeitig den Anforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft entsprechen.
Warum werden herkömmliche Schafwolldünger im Gemüsebau wenig eingesetzt?
Weil sie überwiegend als Langzeitdünger wirken. Viele Gemüsebaubetriebe benötigen jedoch Dünger, die zeitnah wirken, planbar dosiert werden können, sich an die Kulturabfolge anpassen lassen.
Diese Anforderungen erfüllen klassische Schafwolldünger bislang nur eingeschränkt.
Was macht den Ansatz von „Gewolltes Gemüse“ neu?
Das Projekt „Gewolltes Gemüse“ entwickelt einen funktionalisierten Schafwolldünger, der die bisherige Schwäche herkömmlicher Schafwollpellets, nämlich die langsame Stickstofffreisetzung, gezielt adressiert. Dazu wird die Wollfaser mechanisch und thermisch aufgeschlossen sowie mit keratinabbauenden Mikroorganismen behandelt. Dadurch soll der natürliche Abbauprozess der Wolle beschleunigt und die Freisetzung der enthaltenen Nährstoffe gezielt steuerbar gemacht werden. So entsteht ein organischer Dünger mit einer besser an den Bedarf von Gemüsekulturen angepassten Nährstoffdynamik und potenziell positiven Effekten auf die Bodenbiologie. Gleichzeitig verbindet das Projekt die Entwicklung eines innovativen Düngemittels mit dem Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette für bislang wenig genutzte Schafwolle und schafft damit eine nachhaltige Kreislauflösung für Schäfereien und Gemüsebaubetriebe.