Projektstart Gewolltes Gemüse

Funktionalisierte Schafwolle als Dünger im Gemüsebau

Das Projekt „Gewolltes Gemüse“ entwickelt eine Wertschöpfungskette für regionale Schafwolle. Ziel ist es, Rohwolle als innovativen Dünger im ökologischen Gemüsebau nutzbar zu machen. Unter Koordination der FÖL arbeiten Wissenschaft und Praxis  daran, bislang kaum verwertete Wolle zu einem funktionalisierten Dünger aufzubereiten. Schafwollpellets sind bereits bekannt, die sind eine ergiebige Nährstoffquelle und verbessern gleichzeitig die Bodenstruktur, zeigen jedoch aktuell noch eine zu langsame Stickstofffreisetzung.

Viele Schäfereien stehen wirtschaftlich unter Druck, da Rohwolle häufig Entsorgungs- statt Einnahmekosten verursacht. Gleichzeitig sucht der ökologische Gemüsebau nachhaltige, unabhängige Düngeralternativen – nicht zuletzt wegen stark gestiegener Düngerkosten infolge globaler Krisen. Das Projekt verbindet beide Seiten und schafft eine regionale Kreislauflösung.

Die Wolle wird mechanisch aufbereitet, hygienisiert und z.B. mit keratinabbauenden Mikroorganismen beimpft. So entsteht ein Dünger mit schnellerer, kontrollierter, zeitlich steuerbarer Nährstofffreisetzung und potenziell positiven Effekten auf die Bodenbiologie.

In Feld- und Laborversuchen werden Düngewirkung, Umweltverträglichkeit und Praxistauglichkeit geprüft. Praxisbetriebe begleiten die Entwicklung von Beginn an, um Anforderungen aus der Praxis direkt einzubeziehen.

Beteiligt sind der IFN Schönow e. V., das IASP, der Bioland Landesverband Ost e. V. sowie die Bio-Gärtnerei Watzkendorf, GoodFoodSyndicate, Bio-Alpakaland, Fläming Schäferei Körner, Kleine Schäferei Biesenbrow und Schäferei Jonas Scholz. Unterstützt wird das Projekt vom Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V. und floraPell GmbH.

„Gewolltes Gemüse“ zeigt, wie aus einem Reststoff ein regionaler Wertstoff werden kann. Schäfereien erhalten neue Einkommensperspektiven, Gemüsebaubetriebe eine nachhaltige Düngeralternative. Das stärkt regionale Stoffkreisläufe und die Zukunft der Schafhaltung.

Gefördert wird das Vorhaben vom MLEUV mit Mitteln des ELER im Rahmen von EIP-Agri und kofinanziert von der EU.